RUB-Ausgründung erhält Sonderpreis

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Hochpräzise Radarmesstechnik ist das Steckenpferd der Firma 2π-LABS. Dafür gab es eine Auszeichnung vom Branchenverband AMA.

Berührungslose Messungen auf den Mikrometer genau kann die Radarmesstechnik der Firma 2π-LABS leisten. Herzstück der Technik ist ein eigens entwickelter Chip, der Radarmessungen mit Frequenzen bis 182 Gigahertz erlaubt. Das Unternehmen, das im Jahr 2018 von Prof. Dr. Nils Pohl und Dr. Timo Jaeschke aus der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik ausgegründet wurde, wurde vom AMA-Verband für Sensorik und Messtechnik mit dem Sonderpreis für Junge Unternehmen ausgezeichnet. AMA steht für Arbeitsgemeinschaft Messwert-Aufnehmer.

Messen durch das Firmenlogo

Die Anwendungsgebiete der neuen Radar-Technologieplattform namens 2πSENSE sind vielfältig. Ein Beispiel: Schon seit längerer Zeit wird Radartechnik für Bremsassistenten in Autos zur Messung von Entfernungen eingesetzt. Damit solche Anwendungen sicher funktionieren, hat 2π-LABS zum Beispiel eine Technik entwickelt, um Materialien bereits in der Fertigung mit Blick auf ihre Durchlässigkeit für Radarwellen zerstörungsfrei zu charakterisieren. „Die Radarmesseinheiten werden in Autos meistens verdeckt eingebaut, oft hinter dem Firmenlogo“, erklärt Timo Jaeschke. „Da diese Logos oft aus mehrlagigen Kunststoffen aufgebaut sind, muss im Vorfeld geklärt sein, dass dieser Materialmix für die Radarmessung auch durchlässig ist.“

Eine weitere der ersten Anwendungen der Firma bei ihrer Gründung war die radarbasierte, berührungslose Messung der Materialdicke von großen Kunststoffrohren. „Diese Rohre, die einen Durchmesser von bis zu zwei Metern haben, werden aus verflüssigtem Kunststoff mittels Extrusion durch eine Form endlos gefertigt“, erklärt Jaeschke. Ohne präzise Messung der Dicke des Rohrs verwendeten Hersteller oft sicherheitshalber etwas mehr Material als unbedingt nötig, um den Vorgaben auf jeden Fall zu genügen. Das ist nicht umweltfreundlich und kostet durch die Größe der Rohre viel zusätzliches Kunststoff-Rohmaterial und damit auch viel Geld. Die hochpräzise Radarmesstechnik von 2π-LABS erlaubt es nun, die Dicke der Rohrwand während des Herstellungsprozesses berührungslos zu messen und exakt anzupassen, sodass kein überschüssiges Material verwendet werden muss.

Die Entwicklung eines innovativen Chips für die Auswertung von Radarmessungen erlaubt es der Firma, Frequenzen von bis zu 182 Gigahertz einzusetzen und somit extrem präzise zu messen. Zum Vergleich: Die Entfernungsmessung für Bremsassistenten im Auto verwendet Frequenzen um 80 Gigahertz. „Auf Basis unserer Technik können wir für Kunden aus der Industrie auch andere Anwendungen maßschneidern“, so Timo Jaeschke.

Der Preis

In der Sonderkategorie „Junges Unternehmen“ konnten sich Unternehmen bewerben, die nicht länger als fünf Jahre am Markt sind, weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz unter 10 Millionen Euro erwirtschaften.

Die Firma 2π-LABS ist außerdem im Rennen um den Innovationspreis des AMA-Verbands. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 3. Mai 2021 verliehen. Vier Unternehmen von insgesamt 29 Teilnehmern sind in der Endrunde.

(Foto:2π-LABS)