"Das Vergessen gerät in Vergessenheit"

Erstellt von Lara Kris­tin Zei­tel | |   Aktuelle Meldungen

Ver­ges­sen zu kön­nen be­deu­tet, sich von un­lieb­sa­men oder un­er­wünsch­ten In­for­ma­tio­nen tren­nen zu kön­nen.

Wäh­rend diese Fä­hig­keit in frü­he­rer Zeit zwei­fels­oh­ne ge­ge­ben war, er­öff­nen sich uns in einer zu­neh­mend di­gi­ta­li­sier­ten Welt Mög­lich­kei­ten, sämt­li­che In­for­ma­tio­nen prak­tisch bis in alle Ewig­keit zu er­hal­ten, wo­durch die Fä­hig­keit des Ver­ges­sens ver­lo­ren geht. Be­dingt durch die per­ma­nen­te Nut­zung so­zia­ler Me­di­en oder von On­line-Spei­cher­diens­ten gerät auf Dauer das Ver­ges­sen selbst in Ver­ges­sen­heit. Den­noch müs­sen Be­wah­ren und Ver­ges­sen von In­for­ma­tio­nen nicht grund­sätz­lich im Wi­der­spruch zu­ein­an­der ste­hen. Es ist mög­lich, einen kon­trol­lier­ten In­for­ma­ti­ons­ver­lust in di­gi­ta­len Sys­te­men tech­nisch um­zu­set­zen. Für ein rea­lis­ti­sches Ver­hal­ten soll­te dies aber kein ak­ti­ver Pro­zess sein, der so­zu­sa­gen auf Knopf­druck aus­ge­löst wird. Denn auch ein Mensch kann sich nicht von jetzt auf gleich dazu ent­schlie­ßen, etwas zu ver­ges­sen. Wir müs­sen den Ver­fall von Daten viel­mehr über die Ab­bil­dung im­pli­zi­ter, na­tür­li­cher Pro­zes­se rea­li­sie­ren, indem wir uns bei­spiels­wei­se daran ori­en­tie­ren, wie auch das Ver­ges­sen im mensch­li­chen Ge­hirn funk­tio­niert. (Foto: Da­mi­an Gor­cz­any)