Forschung
Beispiel
Die Forschungsgruppe „Intelligente Technische Systeme“ hat in den letzten Jahren ihre softwaredefinierte Netzwerkplattform entwickelt. Die Bausteine der Plattform sind Software-definierte Funkgeräte (SDR), wie in der Abbildung dargestellt. Bei den Geräten handelt es sich um eingebettete Systeme, die unabhängig von einem Host-Computer arbeiten können. Sie bestehen aus drei Modulen, d. h. aus Funkelementen (wie Sender und Empfänger), Prozessoren (auf FPGA-Basis) und Schnittstellen zu einem Computer für die Anwendungssteuerung und den Datenaustausch. Die Kombination dieser drei Module macht SDR-Geräte bis zu einem gewissen Grad "intelligent": Sie sammeln Daten durch Sensorik, lernen durch die Ausführung von maschinellen Lernprogrammen und treffen Entscheidungen durch KI-basierte Entscheidungsfindungsmethoden. Außerdem sind sie miteinander verbunden, da sie über das Funkausbreitungsmedium basierend auf verschiedenen Protokollen und Standards kommunizieren können. Die in der Abbildung dargestellte Plattform ist also ein vernetztes System intelligenter Systeme. In einer solchen Plattform ermöglicht die Implementierung von KI-basierten Entscheidungsstrategien die Kommunikation zwischen beliebigen Gerätepaaren ohne zentrale Steuerung und Informationen über wichtige Variablen wie die Kanalqualität. Das kann sogar für mobile Endgeräte gelten, d. h. wenn die SDR-Geräte sich bewegen, oder für unsichere Energieverfügbarkeit, z. B. wenn die Geräte ihre benötigte Energie zumindest teilweise über erneuerbare Energiequellen wie Solarzellen beziehen.
Nehmen wir als Beispiel die Frequenzzuweisung. In einem drahtlosen Kommunikationsnetz ist das Spektrum eine kostbare Ressource, die ständig im Überfluss vorhanden ist; daher spielt eine intelligente Frequenznutzung eine wesentliche Rolle für die Effizienz eines drahtlosen Netzes. Dies wird durch die Implementierung unserer KI- und ML-basierten Entscheidungsalgorithmen in den Prozessoren von SDR-Geräten möglich. Mithilfe solcher Strategien entscheidet jedes Gerät in aufeinanderfolgenden Runden über seinen Übertragungskanal. Durch Beobachtung des Ergebnisses jeder Entscheidung in jeder Runde, d. h. der erreichten Datenrate, passt der Algorithmus die Entscheidung an. Ziel ist es, ein effizientes Gleichgewicht zu erreichen, bei dem die Geräte das Spektrum bestmöglich nutzen und das gesamte System stabil bleibt.




