RaDime
RaDime – Zukunftsweisende Radartechnologie für die Metallindustrie
Beim Walzen von Blechen und Bändern in der Metallindustrie sind hochgenaue Messsysteme entscheidend für die Qualität und eine effiziente und ressourcenschonende Produktion. Für die Messung der Walzgutdicke sind Isotopenstrahler derzeit noch unerlässlich. Die mit radioaktiver Strahlung verbundenen Sicherheitsrisiken, zunehmende Regularien zu deren Einsatz und die begrenzte Verfügbarkeit des Rohmaterials für die Strahlenquellen erfordern jedoch neue Messmethoden, um auch langfristig eine effiziente Produktion hochqualitativer Produkte sicherzustellen. RaDime setzt auf einen innovativen Ansatz, indem es ein DualBand-SiGe-MMIC in ein echtzeitfähiges Multikanal-MIMO-Millimeterwellensensormodul integriert. Dieses System soll eine hochpräzise radarbasierte Dickenmessung, auch bei Messgutbiegung und unter variierenden Winkelbedingungen, ermöglichen. Durch den Einsatz fortschrittlicher Technologien wie Frequenzbandfusion im Sub-Terahertz-Bereich und KI-gestützter Signalverarbeitung wird eine Messgenauigkeit von ca. 100 µm angestrebt, die den hohen Ansprüchen der Qualitätssicherung für eine Vielzahl von Anwendungen in Walzwerken gerecht wird. Die eingesetzte Radartechnologie emittiert elektromagnetische Wellen im Sub-Terahertz-Bereich mit geringer Strahlungsleistung. Diese nichtionisierende Strahlung bietet dabei erhebliche Sicherheitsvorteile und stellt eine umweltfreundliche und langfristig verfügbare Alternative zu isotopenbasierten Systemen dar. Die auf Reflexion anstelle von Durchstrahlung basierende Messtechnologie ist zudem legierungsunabhängig, ermöglicht eine hohe Messgeschwindigkeit und erweitert den messbaren Dickenbereich. Die Möglichkeit einer Abbildung und die hohe Präzision eröffnen zudem eine Vielzahl von weiteren Einsatzmöglichkeiten. Dadurch leistet RaDime einen bedeutenden Beitrag zu Nachhaltigkeit, Qualität und Effizienz in der Metallproduktion.

Projektpartner
- IMST GmbH, Kamp-Lintfort
- IMS Messsysteme GmbH, Heiligenhaus
- Fraunhofer-Institut für Hochfrequenztechnik und Radartechnik FHR, Wachtberg
- Bochumer Institut für Technologie, Bochum
- Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Integrierte Systeme, Bochum
Förderung
Dieses Projekt wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 mit 2.685.047 € gefördert.