PHOTONIK-AKADEMIE 2018: ZÜNDENDE IDEEN ZUR PLASMA-TECHNIK

Erstellt von Lara Kris­tin Zei­tel | |   Aktuelle Meldungen

Plas­ma als Werk­zeug in der Pro­zess- und Ver­fah­rens­tech­nik, zur Ver­ed­lung von Ober­flä­chen oder zur Rei­ni­gung von Trink­was­ser, Gasen und Ober­flä­chen – die Ein­satz­mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig.

Eben­so viel­sei­tig ist auch die Pho­to­nik-Aka­de­mie: theo­re­ti­sche Grund­la­gen, die Sicht der An­wen­der aus der In­dus­trie und die ei­gen­stän­di­ge An­wen­dung von neu Ge­lern­tem, das zeich­net die Pho­to­nik-Aka­de­mie aus. Vom 9. bis 14. Sep­tem­ber lern­ten 29 MINT-Stu­die­ren­de aus Deutsch­land und der Schweiz die An­wen­dungs­po­ten­zia­le der Plas­ma­tech­nik ken­nen. Dabei ging es in die La­bo­re der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum, des INP Greifs­wald und in das Dort­mun­der Ober­flä­chen­Cen­trum „DOC“ zur dort an­säs­si­gen Pro­jekt­grup­pe des Fraun­ho­fer IWS sowie zur Cor­tro­nik GmbH in Ros­tock, einem In­dus­trie­part­ner. (Foto: INP Greifs­wald)

Gast­ge­ber der ge­mein­sa­men Aka­de­mie des Bun­de­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung und der Pho­to­nik-Bran­che waren in die­sem Jahr der Lehr­stuhl All­ge­mei­ne Elek­tro­tech­nik und Plas­ma­tech­nik der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum sowie das Leib­niz-In­sti­tut für Plas­ma­for­schung und Tech­no­lo­gie e. V. in Greifs­wald.

Für die Stu­die­ren­den war der Zeit­plan bis zum Rand ge­füllt mit In­for­ma­tio­nen und span­nen­den Ex­kur­sio­nen. „Ich bin sehr dank­bar für diese er­eig­nis­rei­che Woche“, er­zählt Aka­de­mie-Teil­neh­mer Ediz Her­kert, der Pho­to­nic En­gi­nee­ring im Mas­ter Stu­di­en­gang der Uni­ver­si­tät Stutt­gart stu­diert. „Zum einen lern­ten wir die ver­schie­de­nen Be­rei­che ken­nen, in denen Plas­ma­tech­nik ge­nutzt wird. Zum an­de­ren hat­ten wir die Mög­lich­keit, Kon­tak­te zu Un­ter­neh­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen zu knüp­fen. Auch die Grup­pe der Teil­neh­mer ist wäh­rend die­ser Woche zu einer Ge­mein­schaft zu­sam­men­ge­wach­sen.“

Wett­streit um die beste Plas­ma-Lö­sung

Be­son­ders span­nend war für die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer das Plan­spiel „Wis­sen­schaft“, das durch das INP in Greifs­wald or­ga­ni­siert wurde. Auf­ga­be war es, einen mit E. coli Bak­te­ri­en ver­un­rei­nig­ten Ba­de­see mit Hilfe von Plas­ma­tech­no­lo­gie zu rei­ni­gen.

Unter dem Motto „Hast Du die zün­den­de Idee für die Plas­ma­for­schung von mor­gen?“ wurde au­ßer­dem eine rea­lis­ti­sche Un­ter­neh­mens­si­tua­ti­on nach­ge­stellt. Dabei soll­ten die in sechs Grup­pen ein­ge­teil­ten Teil­neh­men­den in einem Wett­streit um die beste Lö­sung für den Kun­den kon­kur­rie­ren. Dafür wur­den sie mit einer Plas­maquel­le - einem Plas­ma­jet - den be­nö­tig­ten Res­sour­cen und einem Bud­get von 15.​000 Euro aus­ge­stat­tet. Das Re­sul­tat waren sechs ganz un­ter­schied­li­che Lö­sun­gen, mit denen die Teams in einer Prä­sen­ta­ti­on den „Kun­den“ über­zeu­gen soll­ten. Um den Un­ter­neh­mens­all­tag zu si­mu­lie­ren, er­hiel­ten sie wäh­rend des Plan­spiels auch Off-To­pic-Auf­ga­ben – von Pres­se­state­ments bis hin zu An­fra­gen für Schulex­kur­sio­nen.

Ein­blick in die in­dus­tri­el­le An­wen­dung

Bei dem Me­di­zin­tech­nik-Un­ter­neh­men Cor­tro­nik GmbH lern­ten die Stu­die­ren­den auf an­schau­li­che Art und Weise, wie Plas­ma­tech­nik in der Fer­ti­gung von Stents ein­ge­setzt wird. Neben der de­tail­lier­ten Er­klä­rung der ein­zel­nen Pro­zess­schrit­te bei der Fer­ti­gung konn­ten die Teil­neh­men­den auch einen Ein­druck davon ge­win­nen, wie die Pla­nung und der Ver­trieb der ge­fer­tig­ten Char­gen funk­tio­nie­ren.

Zum Ab­schluss der Woche er­hiel­ten die Stu­die­ren­den in fei­er­li­chem Rah­men ihre Teil­neh­mer­ur­kun­den aus den Hän­den von Prof. Dr. Klaus-Die­t­er Welt­mann (Vor­stands­vor­sit­zen­der und wis­sen­schaft­li­cher Di­rek­tor des INP Greifs­wald) und Dr. Petra Wolff (Stellv. Lei­te­rin des Re­fe­rats Quan­ten­tech­no­lo­gi­en; Pho­to­nik im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung). Als be­son­de­res High­light wurde am Ende der Woche die Grup­pe des Plan­spiels aus­ge­zeich­net, die nach An­sicht der Ex­per­ten­ju­ry die Auf­ga­be am bes­ten ge­löst hatte. Durch ge­schick­tes En­gi­nee­ring er­ziel­te die Grup­pe 5 mit ihrem Plas­ma­jet die höchs­te Nut­zungs­ef­fi­zi­enz. Die pro­fes­sio­nel­le Art und Weise wie das Team mit der Jury in­ter­agier­te, si­cher­te ihnen schließ­lich den Sieg.

Hin­ter­grund und Part­ner

Für die Pho­to­nik-Aka­de­mie vom 9. bis 14. Sep­tem­ber 2018 an der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum und am Leib­niz-In­sti­tut für Plas­ma­for­schung und Tech­no­lo­gie in Greifs­wald wähl­te eine Fach­ju­ry die 29 bes­ten Be­wer­ber aus.

Die Aka­de­mie fin­det seit 2012 jähr­lich zu einem an­de­ren The­men­ge­biet der stark in­ter­dis­zi­pli­när aus­ge­rich­te­ten Pho­to­nik statt. Sie ist Teil des Pho­to­nik Cam­pus Deutsch­land, der ge­mein­sa­men Nach­wuch­sin­itia­ti­ve des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung, der deut­schen Pho­to­nik-Bran­che sowie den Bran­chen­ver­bän­den VDMA, ZVEI und SPEC­TA­RIS.

Ziel der Pho­to­nik-Aka­de­mie ist es, gut aus­ge­bil­de­ten Nach­wuchs auf die Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en zur Nut­zung von Licht auf­merk­sam zu ma­chen und die­sen für die Pho­to­nik zu ge­win­nen. Denn die wich­ti­ge High­tech-Bran­che mit einer jähr­li­chen In­lands­pro­duk­ti­on von über 30 Mil­li­ar­den Euro und einem über­durch­schnitt­li­chen Wachs­tum von rund sechs Pro­zent pro Jahr braucht gut aus­ge­bil­de­ten Nach­wuchs, damit Deutsch­land auch wei­ter­hin eine der füh­ren­den Na­tio­nen auf dem Ge­biet der Pho­to­nik bleibt.